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  • Universität Leipzig von mehreren Seiten blockiert und angegriffen

    Politisch motivierte Blockaden und ein Hacking-Angriff auf die IT: Alle Online-Dienste wurden vorsichtshalber vom Netz genommen.

    Leipzigs größte Hochschule war lahmgelegt und trotzdem gingen die Lehrveranstaltungen weiter. Gleich mehrere Gruppen versuchten am Mittwoch, dem 28. Oktober, das Studieren, Forschen und Arbeiten an der Uni Leipzig zu stören.

    Am gravierendsten davon ist der Angriff auf die IT-Systeme der Universität: Konnten schon am Morgen keine Bücher ausgeliehen oder zurückgegeben werden, wurden in den universitären Bibliotheken bis zum Mittag sämtliche Webseiten und Dienste aus Sicherheitsgründen vom Netz genommen, um Analysen durchzuführen. „Es ist noch nicht klar, wo die Probleme liegen“, sagt Carsten Heckmann, Pressesprecher der Universität Leipzig: „Ich kann leider keine Prognose abgeben, wie lange die Analysen dauern werden.“ Erst dann könnten Entscheidungen über das möglicherweise stufenweise Hochfahren der Dienste getroffen werden.

    „Leider sind eben auch die Mailserver vom Netz getrennt, so können wir die Studierenden und anderen Hochschulmitglieder nicht per Rundmail auf dem Laufenden halten“, so Heckmann weiter. Alle aktuellen Entwicklungen sollen auf der Webseite uni-leipzig.de zu finden sein. Dort ist auch die Adresse info@uni-l.info für Rückfragen an die Uni-Leitung angegeben. Auch zu den möglichen Angreifer*innen konnte der Pressesprecher am Mittwoch noch nichts sagen. Auch am Donnerstag dauerte die Abschaltung aller universitären Systeme an.

    Von der Barrikade am Uni-Tor zur Grimmaischen Straße war am Mittwoch um 9 Uhr nicht mehr viel zu sehen.

    Wer in den ganz frühen Morgenstunden am Mittwoch den Hauptcampus der Universität über die Eingänge von der Universitätsstraße oder von der Grimmaischen Straße aus auf den Innenhof betreten wollte, hatte dabei vielleicht kleine Schwierigkeiten. Denn beide Tore wurden von Aktivist*innen der Gruppe Gen Z regelt das – Leipzig und unisgegenkrieg_ mit Mülltonnen und Bauzaunelementen zugestellt und mit Fahrradschlössern versperrt, wie die Gruppen auf Instagram in einem Post mitteilten.

    „Die Hausmeister haben die Bauzäune am Morgen entfernt. Anschließend wurde die Polizei informiert und wir haben Anzeige gegen Unbekannt erstattet“, sagt Heckmann: „Schon am frühen Vormittag hatte diese Aktion keine Relevanz mehr für den Unibetrieb.“

    Später am Vormittag stehen ungefähr zehn junge Menschen auf dem Augustusplatz vor dem universitären Paulinum, verteilen Flugblätter und erklären, warum sie die Universität mit den Barrikaden zu blockieren versuchten. Die Gruppe habe sich ein Beispiel unter anderem an den Bildungsstreiks in Frankreich genommen. Laut Flyer gehe es um folgende drei Forderungen: Es solle Schluss sein mit der Kürzungspolitik an Schulen, in Krankenhäusern, beim BAföG und bei der Sozialhilfe. Des Weiteren solle die Militärforschung an der Uni und die Kooperation mit israelischen Universitäten beendet werden. Auch solle sexistischen Profs der Garaus gemacht werden. Explizit genannt wird das Verhalten des Jura-Professors Tim Drygala, der im vergangenen Jahr mit Gewaltfantasien gegen eine Politikerin in die Schlagzeilen kam.

    Aus welchen Gründen dieses Tor am Mittwoch zu blieb, konnte Pressesprecher Carsten Heckmann nicht sagen.

    Mit der Sperrung der Tür der Cafeteria am Park in Richtung Moritzbastei und der Sperrung des Tors zum Innenhof vom Augustusplatz aus, links am Vapiano vorbei, hat die studentische Aktivist*innen-Gruppe nichts zu tun. Die Blockade am Mittwoch war Teil einer Mobilisierungskampagne für eine größere Demo am 31. Oktober in Leipzig.

     

    Titelbild und Fotos: Melissa Hempel

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