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  • Corona-Nachhilfe von Studierenden

    Tausende Schüler*innen können seit Monaten nicht in die Schule gehen. Ehrenamtlich engagierte Studierende der Corona School helfen ihnen beim Lernen.

    Seit März findet der Schulunterricht für die meisten Schüler*innen in Deutschland nicht in Präsenz, sondern von zu Hause aus statt. Hier müssen sich viele den Lernstoff selbst beibringen, Eltern sind oft überfordert und haben nur begrenzt Zeit, bei Schulaufgaben zu helfen. Die Mathematikstudenten Tobias, Lukas, Christopher aus Bonn und Informatikstudent Gero aus Berlin wollten etwas gegen dieses Problem tun und entwickelten im März die Lernplattform „Corona School“, die engagierte Studierende mit Schüler*innen für kostenlosen Nachhilfeunterricht vernetzt. Mittlerweile sind mehr als 12.000 Schüler*innen und 9.000 Studierende auf der Plattform registriert. Auch die Leipziger Studierenden Theresa und Jonas engagieren sich in der Corona School. 

    Zunächst gaben sie auf der Website der Corona School an, für welche Fächer und bis zu welcher Klassenstufe sie sich die Nachhilfe zutrauen. Nach einem kurzen Eignungs- und Verifizierungsgespräch mit ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen der Corona School, wurden sie mit ihren Schüler*innen gematcht. Auf welcher Plattform der Nachhilfeunterreicht schlussendlich stattfindet, konnten sie selbst entscheiden.  

    Theresa studiert an der Uni Leipzig Spanisch, Englisch und Geschichte auf Lehramt und betreut derzeit zwei Schüler für die Corona School. Eine große Herausforderung ist für die 25-Jährige, dass die Schüler*innen alle aus unterschiedlichen Bundesländern kommen und sich die Lehrpläne stark unterscheiden. 

    Jonas, der an der HTWK Wirtschaftsingenieurswesen studiert, gibt Nachhilfe für Louisa, die die 11. Klasse eines Gymnasiums in Duisburg besucht. „“Ich finde, wir können als Studenten durch die Corona School etwas zurückgeben, außerdem kann man Erfahrung in der Lehre sammeln”, sagt der 21-Jährige. Seine Nachhilfeschülerin freut sich über das Angebot der Corona School. „“Die Studenten bei der Corona School haben auch wirklich Lust drauf, bei uns an der Schule muss man sonst sehr lange auf Nachhilfe warten.”, sagt die Louisa. Der Nachhilfeunterricht hilft ihr dabei, ihre Lernzeit zu strukturieren. „Wenn ich feste Termine habe, bis zu denen ich mit meinen Aufgaben fertig sein und den Inhalt verstanden haben muss, dann mache ich das auch.”, erklärt die Schülerin. 

    Jonas und Theresa finden es besonders wichtig, dass das Angebot der Corona School kostenlos ist. „Kein Schüler und keine Schülerin sollte aufgrund der Situation jetzt Geld ausgeben müssen, um das Schuljahr zu schaffen und mitzukommen.”, erklärt Theresa, „die Schüler*innen, die es nicht bezahlen können, bleiben sonst mal wieder auf der Strecke.” Natürlich könnten die Schüler*innen aber nicht so einen hohen Anspruch an die Ehrenamtlichen der Corona School haben, wie an professionelle Nachhilfeinstitute. 

    Theresa denkt, dass die Corona School auch noch bis Ende des Jahres bestehen bleiben könnte. „“Es könnte eine gute Möglichkeit für den Übergang sein, die Corona School kann zum Beispiel Hausaufgabenhilfe machen.”, sagt die Lehramtsstudentin. Jonas fände es sinnvoll, wenn die Corona School dann vor allem den Schüler*innen hilft, die keine finanziellen Mittel dazu haben.  

    Seine Nachhilfeschülerin Louisa würde sich freuen, wenn es mit der Corona School weiter geht. Man hat sich dann ja auch aneinander gewöhnt, da wäre es schade, wenn die Nachhilfe einfach so endet”, sagt die Schülerin. 

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