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    Die Hochschulleitung der HTWK Leipzig hat keine verbindliche Regelung für ihre Studierenden bezüglich der Nichtanrechnung des Sommersemesters getroffen. Aus Studierendenkreisen kommt Kritik.

    An der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) gibt es keine einheitliche Regelung, wie mit dem diesjährigen Sommersemester umgegangen wird. Das Rektorat entschied sich, die Verantwortung für die Entscheidung an die Dekan*innen und Studiengangsleitungen weiterzugeben. Einige Hochschulleitungen in Sachsen trafen bereits die Entscheidung, eine Nichtanrechnung für alle Studierende zu ermöglichen, so auch die Universitäten Leipzig, Chemnitz und Dresden. Im Gegensatz zu zuvor müssen sich Studierende, die den Antrag stellen, hierbei keiner Prüfung unterziehen, die über die Notwendigkeit der Maßnahme im Einzelfall entscheidet.

    Ende April teilte die Hochschulleitung Mitarbeitenden der HTWK mit, dass jede Fakultät für ihre Studiengänge Einzelprüfungen durchführen soll, „ob eine entsprechende Nichtanrechnung des Sommersemesters 2020 in Frage kommt“. Der Vorteil sei, dass so eine „studiengangsbezogene, differenzierte Lösung“ gefunden werden könne.
    Die Fakultäten Architektur/Sozialwissenschaften, Ingenieurwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften/Ingenieurwesen entschieden daraufhin einheitlich für alle Studiengänge die Nichtanrechnung. An der Stiftungsfakultät Digitale Transformation gibt es bislang keine Rückmeldung über den Umgang, an der Fakultät Bauwesen ist die prüfungsfreie Nichtanrechnung allen Studierenden außer denen des kooperativen Bachelors Bauingenieurwesen möglich. An der Fakultät Informatik und Medien wird das Sommersemester für alle Studierenden außer für die der Masterstudiengänge Crossmediamanagement und Museumspädagogik nicht angerechnet.

    Die Ausnahme der beiden Masterstudiengänge begründet Uwe Kulisch, Dekan der Fakultät Informatik und Medien, mit deren berufsbegleitendem Charakter. Aufgrund der aktuellen Situation hätten Studierende „sogar etwas mehr Zeit für das berufsbegleitende Studium als sonst im vollen Arbeitsalltag“. Die Entscheidung sei zwar von der Studiengangsleitung getroffen worden, er selbst sieht sich allerdings als „Befürworter für mehr eigenständige Verantwortungs- und Entscheidungsgewalt der Fakultäten“ und empfand den Entscheidungsprozess an seiner Fakultät als unkompliziert.

    Der Studierendenrat (Stura) der HTWK kritisiert die Regelungen hingegen scharf. „Dadurch entsteht eine enorme Verunsicherung der Studierenden über die verschiedenen Regelungen der einzelnen Studiengänge“, schreiben die Sprecher*innen in einer Stellungnahme. Das Rektorat solle sich seiner Verantwortung bewusst werden. Es sei unverständlich, weshalb die großen Universitäten Sachsens einen Nachteilsausgleich für alle Studierenden gewähren können, die HTWK allerdings eine pauschale Verlängerung ablehne.

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