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  • Mit sechs Beinen trainiert’s sich besser

    Wie man trotz und gerade mit Hund fit bleibt, zeigt Monique Hunger. Sie bietet in Leipzig ganz verschiedene Trainings für das Duo aus Tier und Mensch an.

    Bei Fitness mit Hund denken die meisten wohl an Spaziergänge, bei denen sich die eigene Leine mit der anderer Hundebesitzer*innen verheddert oder an volle Hundespielwiesen im Sommer. Monique Hunger bietet den Vierbeinern in Leipzig etwas andere Möglichkeiten, um Sport zu treiben. Das Besondere daran – der Mensch trainiert gleich mit.

    Monique hat eine Ausbildung zur Fitnesstrainerin von Mensch und Hund gemacht und bietet seit mittlerweile zwei Jahren ihre Dienste an. Auf die Idee kam sie, als sie ihren Hund Dexter adoptierte. „Der Gedanke war, dass man nicht nur mit seinem Hund spazieren geht und sich selbst nicht bewegt, sondern dass man aktiv, gemeinsam mit dem Hund etwas macht.“ Mittlerweile findet sich auf der Website der Zweiunddreißigjährigen ein breites Angebot. Als Nebenberuf führt sie die Teams durch Lauftrainings, normales Fitnesstraining mit eigenem Körpergewicht und Standup Paddling. Manchmal organisiert sie auch gemeinsame Wanderungen im Leipziger Umland oder die Teilnahme an Läufen.

    Das Foto zeigt die Hundetrainerin Monique und eine Kursteilnehmerin. Die machen auf einem Weg Lunges. Bei jedem Schritt müssen sich die Hunde auf ihren Oberschenkeln abstützen und werden mit Leckerlis dazu ermutigt. Im linken Hintergrund ist das Völkerschlachtdenkmal zu sehen.

    Während die beiden Lunges machen, stützen sich die Hunde bei jedem Schritt auf ihren Oberschenkeln ab.

    Beim klassischen Fitnesstraining beanspruchen Monique und die Teilnehmer*innen ihrer Kurse ihre eigenen Muskeln und Ausdauer. Nebenbei aber auch die ihrer Hunde. Das sieht dann beispielsweise so aus: Besitzer*innen legen mit Ausfallschritten eine kurze Strecke zurück. Währenddessen sollen die Hunde durch ihre angewinkelten Beine schlüpfen oder sich mit den Vorderpfoten auf ihre Beine stellen. Einige Übungen richtet Monique, die hauptberuflich als persönliche Assistentin arbeitet, ausschließlich an die Menschen, während die Hunde lernen, geduldig zu sein. Bei anderen sind die Tiere dran. „Es ist hauptsächlich ein Fitnesstraining für den Menschen, das mit Übungen, die aus der Hundephysiotherapie stammen, kombiniert wird.“

    Simone Balthasar kennt sich mit den Vierbeinern aus. Seit 27 Jahren ist sie als Hundepsychologin tätig und führt außerdem eine eigene Hundepension in Leipzig. „Es ist eine gute Sache, wenn Hunde und Menschen zusammen Sport machen, aber es muss an den Hund und das Verhältnis von Hund und Mensch angepasst sein“, erklärt sie. Bei älteren Hunden müsse man auf die Gelenke achten. Wenn beim Training solche Einschränkungen beachtet werden, dann sei es eine tolle Beschäftigung für beide. „Durch das gemeinsame Sportmachen erleben Hund und Besitzer etwas Abwechslung im möglicherweise bewegungsarmen Alltag.“

    Das Foto zeigt die Teilnehmerin von Moniques Kurs. Sie hockt neben ihrem Hund, der auf einer Matte liegt. Sie führt ein Leckerli erst zu seiner einen, dann zur anderen Seite, sodass seine Muskeln trainiert werden sollen. Im Hintergrund geht die Sonne unter, das Licht ist schwach.

    Die richtige Motivation bringt ein Leckerli.

    Im Normalfall treffen bei Fitnesseinheiten nicht mehr als acht Teams aufeinander. Denn beim gemeinsamen Training mit den Vierbeinern muss sie auch darauf achten, dass sich die Hunde untereinander verstehen, nicht abgelenkt sind und dass alle eine entspannte Zeit haben und sich wohlfühlen. „Du musst für die Hunde mitdenken“, sagt Monique, „Kegel und Bälle sind zum Beispiel eine zu große Ablenkung für einige Hunde.“ Wenn sich zwei Hunde nicht riechen können, trainieren sie eben an verschiedenen Enden der Gruppe. Insgesamt sei es aber in ihren Gruppen sehr gelassen. Zu ihr kommen hauptsächlich Hundehalter*innen, die sowieso viel Zeit mit ihren Tieren verbringen und sie gut einschätzen können. Es können aber auch eher unerfahrene Hundebesitzer*innen kommen.

    „Sowohl die Beziehung zwischen Mensch und Hund als auch die Gesundheit werden gestärkt und es macht Spaß“, fasst es Monique zusammen. Außerdem können die Besitzer die gemeinsame Zeit viel effektiver nutzen. Viele hätten neben dem alltäglichen Gassigehen keinen Spielraum, noch selbst Sport zu machen oder ein schlechtes Gewissen, wenn sie ihr Tier zuhause lassen, um ins Fitnessstudio zu gehen. Im Verlauf des Trainings zeige sich auch, wie sich manche Hunde entwickeln, wie sie geduldiger werden und auch auf ihre Besitzer achten. In ihren Trainingseinheiten werden Hunde jedoch nicht erzogen. Dafür ist Monique auch nicht ausgebildet. Es gehe vor allem um körperliche Fitness und den schönen Nebeneffekt, dass Mensch und Hund gemeinsam an der frischen Luft zusammenwachsen.

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