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    Das Immunsystem ist gerade in diesen Zeiten besonders gefragt. Damit es gut funktioniert, ist Bewegung ebenso wichtig wie genug Schlaf und gesunde Ernährung.

    Nichts anderes bestimmt unseren Alltag zurzeit so stark wie das Virus SARS-CoV-2. Unser körpereigener Schutz gegen Viren ist das Immunsystem. Neben ausreichend Schlaf und einer gesunden Ernährung ist auch Bewegung wichtig für die gute Funktionalität unseres Immunsystems.

    „Es ist ein Abwehrsystem gegen alles organisch Fremde, zur Aufrechterhaltung der eigenen biologischen Integrität, also der Unversehrtheit unserer Organe und Stoffwechselvorgänge“, erklärt Matthias Ladusch, Immunbiologe an der Universität Leipzig. Es ist also dafür zuständig bösartige Bakterien und Viren abzuwehren. „Genauso wie andere Organsysteme und Gewebe ist es abhängig von den Grundfaktoren. Dazu gehören Nährstoffe, Sauerstoff, ein bestimmter ph-Wert und der Blut- und Lymphtransport“, beschreibt Ladusch.

    „Das Immunsystem wird nicht direkt durch den Sport beeinflusst. Aber für die Grundfaktoren ist Bewegung wichtig“, fügt Ladusch hinzu. Wieviel Bewegung notwendig ist, damit die Grundanforderungen erfüllt werden, sei eine sehr individuelle Frage. „Das kann man nur an Parametern fassen. Hinweise für ausreichend Bewegung sind ein normaler Ruhepuls, also 60 bis 85 Schläge pro Minute, und dass man kein Bluthochdruck hat.“ Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren pro Woche mindestens 150 Minuten Bewegung mittlerer oder 75 Minuten hoher Intensität. Der Verein der Deutschen Herzstiftung rät, drei- bis fünfmal pro Woche mindestens 30 Minuten Sport zu treiben.

    Doch zu viel Sport kann das Immunsystem auch schwächen. „Leistungssport oder langfristige Belastungen wie ein Marathon, sollten nicht zu häufig ausgeübt werden, weil das an die Grenzen der körperlichen Belastbarkeit gehen kann“, sagt der Immunbiologe.

    Die meisten Studierenden haben einen weniger aktiven Alltag. Hörsaalmarathons, Nachtschichten in der Bibliothek und Lernen in den eigenen vier Wänden sind allesamt sitzende Tätigkeiten. Da bedarf es in jedem Fall einen Ausgleich durch Sport, egal bei welchem Wetter. „In der Erkältungszeit haben Sportarten, bei denen man alleine unterwegs ist, echte Vorteile“, sagt Ladusch. „Bei Einzelsportarten erfüllt man die grundsätzlichen Anforderungen für den Körper und hat gleichzeitig ein geringeres Risiko, sich anzustecken.“

    Leipzig bietet hierbei zahlreiche Möglichkeiten, um alleine sportlich aktiv zu werden. Laufen gehen kann man ideal in den großen und kleinen Parks der Stadt. Es lässt sich zudem individuell in den Alltag integrieren. Mit einem interessanten Podcast oder einem spannenden Hörbuch im Ohr vergisst man schnell, dass man ganz alleine unterwegs ist. Beim Radfahren um den Cospudener und Zwenkauer See oder entlang der Luppe kommt man außerdem richtig aus dem Stadttrubel raus.

    Die aktuellen Maßnahmen, welche die Ausbreitung von SARS-CoV-2 verlangsamen und so das Gesundheitssystem entlasten sollen, schränken auch die sonst möglichen Sportaktivitäten ein. Demnach sind beispielsweise Trainingsplätze sowie der Wildpark Leipzig vorübergehend geschlossen. Der beste Weg Abstand zu halten, ist, zu Hause zu bleiben. Doch auch mit wenig Platz lässt sich Sport machen. Für ein Workout aus Liegestützen, Kniebeugen und Planks werden keine Hilfsmittel benötigt. Auch beim Lernen von Tanzchoreographien kann man den Puls einwandfrei nach oben treiben. Der französische Hobbyläufer Elisha Nochomowitz ist sogar einen ganzen Marathon auf seinem Balkon gelaufen. Mithilfe von Skype, Discord oder Zoom lässt es sich auch ohne direkten Kontakt sozial trainieren. Mag es hart erscheinen, viel Zeit daheim zu verbringen, gibt es genügend Möglichkeiten, mit ausreichend Bewegung das Immunsystem zu unterstützen.

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