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  • Zielgruppe: Studierende

    Im November 2019 warb die Agentur Campustour für verschiedene Unternehmen an der Universität Leipzig. Sie ist an dutzenden Hochschulen präsent und versteht sich selbst als „bundesweite Roadshow”.

    Vor rund zwei Monaten waren am Campus Augustusplatz Logos vieler Unternehmen und Konzerne an einem Infostand zu sehen. Für diese hatte die Agentur Campustour geworben, um sie als mögliche zukünftige Arbeitgeber für Studierende anzupreisen. Unter den von Campustour beworbenen Firmen waren auch solche, die mehrfach in Kritik geraten sind.

    Die deutschlandweit vertretene Agentur hat unter anderem für BASF geworben. Aktivist*innen und Umweltorgansationen haben den nach Umsatz weltweit größten Chemiekonzern mehrfach wegen seiner Klimapolitik und seiner Lobbyarbeit kritisiert. Rheinmetall war ebenso auf dem Infostand am Campus Augustusplatz vertreten. Dies ist ein Rüstungsunternehmen, das seine Geschäfte auch in Kriegsregionen macht. Der Konzern, der sich auf seiner Website als „Technologiekonzern für Sicherheit und Mobilität“ darstellt, verkauft trotz ständiger Kritik von Menschenrechts- und Umweltorganisationen seine selbstproduzierten Waffen an Saudi-Arabien, das sich am Krieg im Jemen beteiligt. Diese Waffen werden durch Partner- beziehungsweise Tochterfirmen in Italien und in andere Länder und Konfliktgebiete weiterverkauft.

    Die Werbung für das öffentlich kritisierte Unternehmen wird seitens der Universität nicht als problematisch wahrgenommen. Welche Unternehmen durch Campustour vertreten sind, wisse die Hochschule demnach vorab gar nicht, sagt Carsten Heckmann, Pressesprecher der Universität. „Wir führen aber auch keine Liste mit Unternehmen, die uns, aus welchen Gründen auch immer, nicht genehm wären.” Lukas Gliem vom Studierendenrat (Stura) der Universität wünscht sich hingegen eine von der Universität geführte Liste klimafreundlicher Firmen, die dort auftreten dürfen.

    Auf die Frage, welches Honorar die Universität für den Auftritt von Campustour erhält, gab Heckmann keine Antwort. Gliem hält diesbezüglich „mehr Transparenz” für wünschenswert. Obwohl er Rüstungskonzernen kritisch gegenüberstehe, glaubt er, dass die Universität auf die Finanzierung durch private Gelder angewiesen ist, da sie zu wenig Geld vom Freistaat Sachsen bekomme.

    Heckmann betont aber, dass Organisationen, deren Wirken nicht von der freiheitlich-demokratischen Grundordnung gedeckt ist, keinesfalls an der Universität geduldet werden können.

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