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  • Pflanzliches Mensen fürs Klima

    Ein globaler Trend fasst in Leipzig Fuß: Die Aktion „Plant Based Universities“ (PBU) und die Students for Future (SFF) fordern eine Abkehr der Mensen von der Tierindustrie. Kommt bald die Umstellung?

    Die Klimauhr am Union Square in New York zeigt die Deadline an: Noch ungefähr drei Jahre verbleiben, um die globale Erwärmung auf 1,5°C zu begrenzen und damit irreversible Folgen der Klimakrise zu verhindern. Students for Future (SFF) der Universität Leipzig fordern eine Umstellung der Mensen auf rein pflanzliches Catering, da eine vegane Ernährung etwa 48 Prozent weniger Treibhausgasemissionen verursachen könne, wie eine Studie des WWF von 2021 belegt.

    Ende 2021 begannen Student*innen dreier Universitäten des Vereinigten Königreichs unter dem Namen „Plant Based Universities“ (PBU) rein pflanzliches Kantinenessen zu fordern, um den ökologischen Fußabdruck der Universitäten zu reduzieren. Seitdem ist die Bewegung auch in Deutschland angekommen. Bisher stimmten die Universitäten in Heidelberg, Landau und Marburg für rein pflanzliches Kantinenessen.

    Bisher habe der Fokus vor allem darauf gelegen, für Sichtbarkeit zu sorgen und Unterstützung in der Studierendenschaft zu finden, erklärt Leia Dörr, Mitglied der Leipziger PBU-Aktion. Etwa mithilfe verschiedener Aktionen wie veganen Waffeltagen, Infoständen oder Diskussionsrunden. Seit April gibt es eine Petition, welche die institutionelle Abkehr von der umweltschädlichen Tierindustrie fordere und für die mittlerweile mehr als 1.500 Unterschriften gesammelt werden konnten. Als nächstes wolle man auch unter den Dozierenden Unterstützung suchen, sich an die Uni-Leitung wenden und schließlich mit dem Studentenwerk ins Gespräch kommen, so Dörr.

    PBU beruft sich auf eine im Oktober 2024 durchgeführten Studie von Bryant Research – einem Forscherteam, das Fleischreduktion und alternative Proteine in der Gesellschaft zu etablieren versucht. Pflanzliches Essen sei demnach durchschnittlich 30 Prozent günstiger als tierbasiertes Essen. Eine Universität mit 10.000 Studierenden würde umgerechnet rund 430.000 Euro sparen.

    Dem Studentenwerk seien die Forderungen von SFF und PBU bekannt, erklärt Margret Nemak, Verantwortliche für Kommunikation, Marketing und Kultur.

    Der Anspruch des Studentenwerks sei es, ein breites Angebot zu gewährleisten, um eine möglichst hohe Auslastung zu erreichen, wobei sich das Angebot an der Nachfrage orientieren müsse. Würden die Leipziger Mensen und Cafeterien ausschließlich pflanzliche Mahlzeiten anbieten, könne die Zufriedenheit sinken. Nemak sagt weiter, dass die Bereitschaft bestünde, einen pflanzlichen Schwerpunkt zu setzen, um eine Ernährungsumstellung unter den Mensagästen zu bewirken, statt tierische Produkte ganz auszuschließen. Zu der Studie von Bryant Research stellt sie klar, dass die Umstellung für das Studentenwerk keine finanzielle Entlastung bedeuten würde. Denn auch lokale Verhältnisse wie Lohn- und Energiekosten oder Küchentechnik müssten berücksichtigt werden. Die Zubereitung pflanzlicher Speisen sei außerdem teilweise sogar mit höherem Personalaufwand verbunden. „Aktuell sprechen alle einzubeziehenden Faktoren nicht für eine vollständige Umstellung auf ein rein pflanzenbasiertes Speisenangebot“, so Nemak.

    Im Gespräch mit Studierenden zeigen sich verschiedene Meinungen zu einem ausschließlich pflanzlichen Mensaangebot. Die Umstellung weg von Fleisch- und Milchprodukten und die Kostenfrage sind häufige Diskussionspunkte. Auch Allergien und Unverträglichkeiten müssten weiterhin berücksichtigt werden. Einige meinen, dass eine teilweise Umstellung genüge. Dennoch sei sich ein Großteil bewusst, dass pflanzenbasierte Mensen notwendig seien für eine klima-freundliche Zukunft.

     

    Grafik: Rosa Burkardt

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