„Dazu anregen, nach draußen zu gehen“
Luca Hahn erzählt über seine Arbeit als Stura-Referent für Gesundheitsförderung und Sport.
Im Mai 2024 wurde das Sportreferat des Stura der Universität Leipzig in das „Referat Gesundheitsförderung und Sport“ (GuS) umbenannt. Seit dem vergangenen Semester ist Luca Hahn Referent im GuS. Im Interview mit luhze-Redakteur Eric Binnebößel sprach der Lehramtsstudent über seine Arbeit im Stura und darüber, welche Ziele er in seinem Amt verfolgt.
luhze: Was war ausschlaggebend für die Umbenennung des Sportreferats?
Hahn: Damit möchten wir im Stura den Aspekt der Gesundheitsförderung stärker betonen. Davor wurde Gesundheitsförderung eher indirekt als Teilaspekt behandelt. Klar: Sport fördert sowohl physische als auch psychische Gesundheit. Ich möchte die Studierendeninteressen jedoch auch da vertreten, wo Sport nicht zwangsläufig dazugehört, wie beispielsweise bei der Ernährung oder der psychosozialen Beratung – auch wenn sich das natürlich wechselseitig beeinflussen kann. Und da möchte ich Projekte schaffen, die für Studierende einen Mehrwert bieten. Das gestaltet sich aber schwieriger, als ich am Anfang gedacht habe.
Wie meinst du das?
Zum Beispiel habe ich geplant, eine Art Kochtreff zu organisieren, der den Studierenden einen offenen Raum bietet, miteinander zu kochen, ohne dass sie gleich an einem Seminar oder Ähnlichem teilnehmen müssen. Das Problem ist jedoch, einen geeigneten Ort für über zehn Personen zu finden, wo sie gleichzeitig kochen können. Über Tipps für mögliche Locations wäre ich deshalb sehr dankbar.
Welche weiteren Aktionen planst du?
Wichtig ist mir der Aspekt des Vernetzens. Unter anderem habe ich einen Studi-Lauftreff ins Leben gerufen, der erstmal alle zwei Wochen stattfinden soll und wo der individuelle Leistungsbereich egal ist. Zudem plane ich regelmäßig stattfindende Pausenhofturniere. Das sind kleine Sportchallenges auf dem Unigelände, zunächst erstmal nur am Sportcampus. Die Schulhofpausen waren für mich damals persönlich ein sehr wichtiger sozialer Anker, um kurz vom Schulalltag abzuschalten. Diesen spielerisch-vernetzenden Aspekt möchte ich auch an die Uni bringen und Studierende dazu anregen, vom Handy wegzukommen, vom Mensatisch aufzustehen und nach draußen zu gehen. Und das möchte ich mit Sportchallenges erreichen, wo sich Studis gegenseitig ein bisschen anfeuern können und ins Gespräch kommen.
Welche allgemeinen Herausforderungen siehst du in Bezug auf Sport und Gesundheit im Uni-Kontext?
Ich finde, der Unisport sollte einen Zugang dafür schaffen, dass alle Studierenden Sport machen können, wenn sie das wollen und er sollte nicht so kompetitiv wie der Vereinssport sein. Bei den Lauftreffs versuche ich, das umzusetzen, indem es keinen festen Leistungsbereich als Teilnahmevoraussetzung gibt. Ich denke, dass viele nicht beim Unisport mitmachen, weil sie sich nicht trauen. Diese Angst möchte ich nehmen und entsprechend aufklären. Um die Hemmschwelle zusätzlich zu senken, muss man sich für den Lauftreff nicht anmelden und kann einfach spontan vorbeischauen.
Was möchtest du am Ende deiner Amtszeit erreicht haben?
Der soziale Aspekt ist mir wichtig: Es wäre cool, wenn ich sagen kann, dass ich Studierende zusammengebracht habe. Wenn ich die Reichweite des Amts insgesamt vorangebracht und die Studierenden ein bisschen mehr Zugang zum Referat bekommen haben, dann wäre ich sehr glücklich. Außerdem möchte ich gerne eine Struktur innerhalb des Amts schaffen, auf welcher in der nächsten Amtszeit aufgebaut werden kann.
Titelbild: eb
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