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  • Den Büchern auf der Spur

    Verschiedenste Veranstaltungen und Programpunkte rund ums Thema Bücher sind für das kommende Themenjahr geplant.

    Wir alle lieben sie: Bücher. Jedes Jahr können wir im Frühjahr ein Wochenende lang in die literarische Welt abtauchen und uns auf der Buchmesse inspirieren und informieren lassen. Im kommenden Jahr können wir uns 365 Tage dem ältesten aller Medien widmen. Denn Leipzigs Themenjahr für nächstes Jahr steht fest – 2025 soll sich alles um Bücher drehen. Aus der Dienstberatung des Oberbürgermeisters geht der Arbeitstitel für das Themenjahr  „Buchstadt Leipzig – Stadt des freien Wortes“ hervor. Das bedeutet, dass es über das gesamte Jahr hinweg kostenlose Veranstaltungen und Feste in der gesamten Stadt zum Thema Bücher geben wird.  

    Thematisiert werden sollen dabei Verlagstraditionen sowie „die heutige Lese- und Buchstadt Leipzig“. Dabei soll es nicht nur um die Werke selbst gehen, sondern auch eine Verbindung der Buchproduktion Leipzigs und der Durchsetzung von Meinungsfreiheit geschaffen werden.  

    Die Buchgeschichte Leipzigs war bewegt. Nach fünf Jahrhunderten als Zentrum des deutschen Buchdrucks wurde Leipzig durch die Wirtschaftskrise der Weimarer Republik und Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg schwer getroffen. Heute ist Leipzig Ort vieler Klein- und Kleinstverlage. Viel ist geschehen seit Mitte des 20. Jahrhunderts. Wie all das  im Sinne des Themenjahres  dargestellt werden soll, steht noch nicht gänzlich fest.  

    Eine Aktion ist allerdings schon geplant. Die Stadt möchte eine digitale Bücherspur durch Leipzig gestalten. Aus der Dienstberatung des Oberbürgermeisters der Stadt Leipzig geht hervor, dass diese „anekdotisch sowohl historische Wegmarken der Buchstadt als auch heutige Leseorte und Buchakteure vorstellen“ soll. Die Idee dazu ist bereits 2023 vom Stadtrat vorgeschlagen worden.  Besonders daran ist, dass die Bücherspur von den Bürger*innen mitgestaltet werden konnte.  

    Bis zum 15. März konnten im Rahmen der „Smart City Challenge“ Ideen zu Umsetzung eingereicht werden. Besonders herausfordernd ist dabei, dass die Bücherspur digital gezeigt wird. Deshalb war bei den Einreichungen eine webbasierte Lösung gewünscht, damit sie für die breite Öffentlichkeit zugänglich ist.  

    In den Ideen sollte außerdem berücksichtigt werden, dass das Stadtbild durch die Bombennacht vom 4. Dezember 1943 mittlerweile ein anderes ist. Es muss also eine digitale Brücke zur Vergangenheit geschaffen werden. Die genaue Umsetzung der Bücherspur bleibt spannend.  

    Was zusätzlich schon feststeht, sind einzelne thematische Höhepunkte. Besonders wichtig für das Themenjahr sind das Lesefest „Leipzig liest“ und die Mitmach- und Austauschaktion „Bibliotheken der kulturellen Vielfalt“. Ein weiterer Höhepunkt soll die 200 Jahresfeier der Gründung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in Leipzig sein. Der Bundesverband der deutschen Buchbranche finanziert das Themenjahr laut Karin Rolle-Bechler, Fachreferentin für das Referat Strategische Kulturpolitik, zu 50 Prozent. 

    Die Stadt arbeitet außerdem mit verschiedensten Institutionen zusammen. Mit Ausstellungen, Diskussionen sowie Lesereihen bringt sich zum Beispiel das Literaturhaus Leipzig ein.  Weitere Aktionen sind auch durch die HTWK Leipzig oder das Sächsische Staatsarchiv gemeinsam mit DOK Leipzig und vielen weiteren Partnern geplant.  

    Aus der Dienstberatung des Oberbürgermeisters geht hervor, dass zusätzlich ein Förderprogramm von über 100.000 Euro aufgelegt wird. Das Geld soll in Projekte zum Themenjahr fließen. 

    Spannend bleibt zu beobachten, wie das Themenjahr im Vergleich zur Buchmesse angenommen wird.  

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