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  • Sieben Typen von Gesichtsmasken, deren Träger du überall treffen kannst

    Das Coronavirus gefährdet nicht nur unsere Gesundheit, es setzt auch neue modische Trends – die Gesichtsmaske. Welche Arten es gibt und was die gewählte Maske über ihren Träger aussagt.

    Seit fast zwei Monaten befinden wir uns in einer Quarantänesituation, die wir in unserem verwöhnten Millenial-Leben bisher so noch nicht kannten. Festivals, Kneipen, Kinobesuche oder auch nur die dröge Statistikvorlesung sind auf absehbare Zeit vom Tisch und wenn du zu Kaufland willst, musst du am Türsteher vorbei. Damit ihr euch aber beim Club Mate-Kauf nicht gegenseitig ins Gesicht niest, so wie halt sonst, müsst ihr nun mal diese Masken tragen. Und wie es in der Modewelt so üblich ist, kannst du auch mit deiner Maske ein Statement setzen und gibst damit mehr über dich und deine Haltung preis als dir vermutlich lieb ist. Wir haben hier die sieben häufigsten Typen charakterisiert, unter denen du dich garantiert wiederfindest.

    FFP-Makse

    Studiengang: Medizin, Maschinenbau oder das, wozu dich deine Eltern gezwungen haben

    eine FFP-MaskeDu bist immer korrekt, du machst, was man dir sagt und du denkst an deine Zukunft und an die Menschen in deiner Umgebung. Daher kommt für dich nur ein Modell in Frage – die FFP-Maske, der Benz unter den Gesichtsmasken. Sie ist solide, schlicht anzuschauen und schützt sowohl die Insassen als auch deine potenziellen Unfallgegner. Da du auch keine modischen Ansprüche hast oder eine Winzelorgie darüber zelebrierst, dass man unter den Masken nicht atmen könnte, bemerkst du die Maske schon gar nicht mehr und trägst sie mittlerweile ganztags. Menschen, die keine FFP-Maske tragen, sind für dich verantwortungslose Egoisten, denen du das auch bei jeder Gelegenheit vorhältst.

    ein bunter Schal um die untere Gesichtshälfte gewickeltSchal

    Studiengang: Kunst, Pädagogik, Ethnologie

    Weil du ohnehin ständig barfuß unterwegs bist und dich von containertem Obst ernährst, ist dein Immunsystem alles gewöhnt und du glaubst nicht daran, dich infizieren zu können. Dennoch möchtest du solidarisch mit deinen Mitmenschen sein und dir zumindest irgendwas vors Gesicht halten. Da dein Ethno-Schal ohnehin immer mit am Start ist, du sehr spontan bist und deine FFP-Maske, die du dir mal für eine Mediparty zugelegt hast, ständig vergisst, kann der modische Halsschmuck schnell zur Gesundheits-Allzweckwaffe umfunktioniert werden.

    eine selbstgenähte Maske aus JeansstoffSelbstgenäht

    Studiengang: Grundschullehramt, Tourismusmanagement

    Harmonie ist dir wichtig und die täglichen Nachrichten inklusive der latenten Weltuntergangsstimmung hältst du nur schwer aus, daher willst du auch dieser Phase etwas Gutes abgewinnen und versuchst, etwas Farbe in den tristen Alltag zwischen Quarantäne und Alibi-Supermarktgängen zu bringen. Und da du momentan ohnehin viel Tagesfreizeit hast, ist Stricken beziehungsweise Nähen dein neues Lieblingshobby. So hast du dir nicht nur ein Sortiment an verschiedenen Masken mit unterschiedlichem Design-Portfolio hergestellt, sondern auch gleich noch deine WG und den ganzen Häuserblock damit ausgestattet. Mittlerweile kannst vom Maskenverkauf über Kleiderkreisel leben.

    eine blaue Maske mit Bildern von Blumen daraufWitzige Bildchen auf Maske

    Studiengang: Japanologie, KMW, beliebiger anderer Spaßstudiengang

    Das Coronavirus und der Shutdown sind dir zwar nicht egal, aber du verlierst dich auch nicht in Hoffnungslosigkeit. Denn du kannst zum einen aus jeder Situation etwas Positives ziehen und bist die ganze Zeit am Zocken oder Animes bingen. Außerdem ist dir nichts peinlich und du stehst total auf den Floral-, Nutztier- oder Kawaii-Look. Die ohnehin schon in einer Vielzahl vorhandenen Masken, die du zum Cosplayen zuhause hast, kannst du nun täglich variieren und die Leute in der Umgebung statt mit Corona lieber mit guter Laune anstecken, wobei bei der Auswahl vielen vermutlich ersteres lieber wäre. Aber sieh es positiv, die Leute werden ganz freiwillig einen großen Bogen um dich machen.

     

    ein schwarzes BandanaBandana

    Studiengang: Du bist zwar irgendwo eingeschrieben, machst aber eher dein Ding.

    Du bist der Rebell! Das Einzige, das dich an der Situation wirklich nervt, ist, dass der Staat dir vorschreiben will, was du tragen sollst. Dir geht das alles zu weit und wenn du schon dazu verpflichtet wirst, dann willst du nicht mit diesen würdelosen Medizinmasken rumlaufen, sondern du trägst ein Bandana. Damit zeigst du allen, wie anti du bist! Wahlweise mit Sonnenbrille und Kapuze. Denn gedanklich befindest du dich in einem „Mad Max“-Film und wenn schon Apokalypse, dann mit Stil!

    Dass so ein Tuch eigentlich keinen Schutz bietet und du angeschaut wirst, als würdest du den Supermarkt ausrauben wollen, ist dir natürlich egal. Zudem kennst du das Outfit schon von den üblichen Krawallen, an denen du teilnimmst und musst dich modisch nicht umgewöhnen.

    eine LackierermaskeGasmaske

    Studiengang: Master of Desaster

    Machen wir uns nichts vor, du bist der Gewinner der aktuellen Situation! Während alle anderen in Sorge und Planlosigkeit durch den Tag wandeln und Toilettenpapier hamstern, kannst du dich entspannt zurücklehnen und die Katastrophe vollends genießen. Denn du hast vorgesorgt! Dein innerer Prepper hat dich schon lange vorher gewarnt und so hast du in deinem Keller nicht nur kiloweise Konserven und Werkzeuge, sondern auch die praktische Gasmaske für einen Atomschlag, eine Zombieapokalypse oder eben das Coronavirus. Auf das Tragen der Armbrust verzichtest du jedoch, da es beim letzten Supermarktbesuch deshalb einen „kleineren“ Polizeieinsatz gab.

    Redakteurin Sophie Berns hält eine Maske und schaut sie abwertend an„Die Masken bringen eh nichts“

    Studiengang: Jura, BWL

    Dir ist das Virus vollkommen gleich, denn du studierst vermutlich Jura und bist daher ohnehin schon innerlich tot, weshalb dir im Grunde eh alles egal ist. Außerdem sitzt du ohnehin schon wieder dank Sonderregelung in der Bibliothek und schreibst deine Seminararbeit. Du lässt es dir nicht nehmen, deine Freunde wieder zu umarmen und willst endlich wieder in einer deiner vier Mittagspausen im Starbucks abhängen. Doch das Allerschlimmste sind die Menschen, die dich mit ihren selbstgenähten Masken schief anschauen und am besten noch belehren. Für diese Menschen hast du bestenfalls einen abwertenden Blick übrig, denn eine Maske ist für dich das Pendant zur Joggingshose – wer sie draußen trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.

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