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  • Rassistische Beleidigungen im Stadion

    Nach fremdenfeindlichen Beschimpfungen durch Fans des 1. FC Lokomotive Leipzig und einen Spieler reagieren die Vereine und der zuständige Fußballverband.

    In Berlin trafen am 6. Dezember die zweite Mannschaft des Hertha BSC und Lokomotive Leipzig aufeinander. Das Spiel der Regionalliga Nordost musste allerdings bereits in der ersten Halbzeit kurz durch den Schiedsrichter unterbrochen werden. Der Grund: Im Gästeblock von Lok, in dem etwa 300 Anhänger der Leipziger Mannschaft saßen, machten einige Fans Affenlaute. Auch ein Spieler von Lok soll daran beteiligt gewesen sein und seinen Gegenspieler „Affe“ genannt haben.

    Das Ziel dieser offenkundig rassistischen Beleidigungen war der 19-jährige Jessic Ngankam, der für Hertha im Sturm spielt. Er reagierte geschockt. Auch der Stadionsprecher forderte die Gruppe auf, von ihren Beschimpfungen abzulassen. Nach einigem Tumult auf dem Platz und Diskussionen zwischen Spielern und dem Schiedsrichter wurde die Partie fortgesetzt. Auch nach dem Spiel war Ngankam noch erschüttert. Auf Nachfrage des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) sagte er: „Natürlich wird man geschult, nicht so emotional darauf zu reagieren. Aber es trifft einen trotzdem.“

    Die Beleidigungen blieben nicht folgenlos: Lok verwies auf die Website des Vereins. Bei Lok Leipzig ist kein Platz für Rassismus, heißt es dort. Auch die eigene Mannschaft sei bunt. „Auf dem Gelände in der Connewitzer Straße kicken Spieler, die ihre Wurzeln in insgesamt 32 Nationen haben“, teilte Lok im eigenen Spielbericht mit.

    Beide Clubs distanzierten sich. Nicky Adler, der Co-Trainer der Leipziger Mannschaft, sagte dem MDR, dass er nicht gehört habe, wie ein Spieler von Lok Jessic als Affen beleidigt. „Wenn es so war, ist es wahnsinnig traurig. Es gibt leider immer Unbelehrbare“, teilte er dem MDR mit. Auch Hertha wurde kritisiert, denn der Verein verurteilte erst drei Tage nach der Tat die Beleidigungen gegen ihren jungen Spieler.

    Als härteste Konsequenz dieser Vorfälle teilte am Dienstag der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) mit, dass nun ein offizielles Verfahren gegen Lok Leipzig eingeleitet werde. Es ist nicht das erste Mal, dass der Verein vom NOFV aufgrund von rassistischen Vorfällen untersucht wird.

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