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  • Rotkäppchen reloaded – Auf Pilzjagd statt auf Wolfsjagd

    Ganz besonders im Herbst ist Pilzsaison. Beim Sammeln muss jedoch Einiges beachtet werden, darum findest du hier sechs wichtige Tipps und den Kontakt zur Leipziger Pilzberatung.

    Wer kennt es nicht, als Student*in hat man häufig nicht das Geld für gute frische Zutaten, aber kochen möchte man trotzdem. Wenn du also mal wieder Lust auf eine frische Pilz-Sahne-Soße hast, dann ist dieser Artikel dein Zeichen, dir deine Freund*innen zu schnappen, in den nächsten Wald zu radeln und deinen Pilznachmittag zu starten. Hier lernst du alles, was du als Anfänger*in über Pilze wissen musst – von den sechs Grundregeln für Sammler*innen über die Geheimtipps zur Suche im Leipziger Umland.

    #1 Die Farbregel

    Die Farbregel arbeitet mit der Form und Farbe der Pilze. Pilze, die eine auffällige Farbe und Größe haben sind häufig giftig. Ihre Überlebensstrategie basiert auf ihrem Gift und nicht auf ihrer Tarnung und Anpassungsfähigkeit. Ein prominentes Beispiel ist der Fliegenpilz.

    #2 Die Lamellen-Schwamm-Regel

    Auf der Grafik sieht man zwei verschiedene Pilzfotos. Das linke Foto zeigt einen Pilz mit Lamellen, welche sich fächerartig unter der Pilzkrone anordnen. Das rechte Foto zeigt einen Schwammpilz, welcher eine schwamm-ähnliche Struktur unter der Krone hat.

    Die Unterscheidung von Schwamm und Lamellen ist zentral.

    Die zweite Faustregel kannst du anwenden, wenn du dir die Form unter der Krone eines Pilzes anschaust. Solltest du Lamellen sehen oder ertasten können – lass den Pilz lieber stehen. Lamellen haben eine fächerartige Optik und sind das Gegenstück zu Schwamm-Pilzen. Pilze mit Lamellen sind in den meisten Fällen unverträglich. Eine Ausnahme ist der Pfifferling, welcher als einer der leckersten Speisepilze gilt. Hier gilt: Die Ausnahme bestätigt die Regel.

     

    #3 Wohlfühlklima

    Pilze wachsen nicht zu jeder Jahreszeit und an jedem Ort. Am meisten Pilze findest du in Deutschland im Herbst, denn dieser schafft optimale Bedingungen. Ein bestimmtes Wetter kann auf eine gute Pilzsuche hindeuten. Wenn es ein paar Tage geregnet hat und nicht zu kalt ist, erhöhen sich deine Chancen bei der Pilzsuche. Dazu wachsen sie besonders gerne bei Bäumen, welche eingebettet in Moos liegen. Wenn die Erde noch lehmig und nicht sehr trocken ist, ist eine erfolgreiche Suche garantiert.

    #4 Im Zweifelsfall stehen lassen

    Es ist gerade schon angeklungen, dass man nie etwas falsch macht, wenn man den Pilz im Zweifelsfall stehen lässt. Für die neugierigen Leser*innen hier eine Buchempfehlung: „Rita Lüder: Grundkurs Pilzbestimmung“.

    Außerdem bietet Leipzig eine öffentliche Pilzberatung an. Diese erreichst du unter folgender Nummer: 0341-1233761 oder online sogar bezirksspezifisch unter folgendem Link: Öffentliche Pilzberatung – Stadt Leipzig.

    #5 Nachhaltiges Ernten

    Pilze, egal ob giftig oder essbar, sind besonders wichtig für das Ökosystem des Waldes. Sie sind verbunden mit den Wurzeln der Bäume und anderen Pflanzen. Deswegen ist eine nachhaltige Ernte von Bedeutung. Dafür schneidest du die Pilze mit einem Messer unten am Stiel ab. Du solltest niemals die Wurzeln mit herausreißen, denn ohne diese kann der Pilz nicht nachwachsen. Allgemein sollten nicht zu viele Pilze geerntet werden, da diese eine wichtige Nahrungsquelle für verschiedenste Tiere darstellen. Wenn du siehst, dass ein Pilz bereits angeknabbert oder modrig aussieht, verschone ihn von deiner Sammeljagd. Dieser Pilz ist sehr wahrscheinlich madig und nicht mehr genießbar, aber weiterhin wertvoll für das Ökosystem.

    #6 Verarbeitung

    Während des Sammelns sollte der Pilz nicht luftdicht verschlossen sein. Passiert das ist er modrig, bis du zu Hause angekommen bist. Um das Vorzubeugen kannst du ein kleines Körbchen ganz im Rotkäppchen-Style mitnehmen. Nach der erfolgreichen Suche ist es ratsam, die Pilze klein zuschneiden und auf Zewa-Tüchern trocknen zu lassen. Oder du wäscht sie und verarbeitest sie direkt zu einer Suppe. Auch dies kann eine tolle Wochenendaktion mit Freund*innen sein. Wer sagt denn, dass das zu granny-mäßig ist? Getrocknete Pilze lassen sich übrigens super zu Weihnachten verschenken.

    Essbare Pilze

    Diese Pilze sind essbar. In einem Korb können sie gut transportiert werden. So werden sie nicht modrig,

    Giftige Pilze

    Diese Grafik zeigt vier beispielhafte Pilzarten, die giftig sind. Einen grünen Knollenblätterpilz, einen Fliegenpilz, einen Satansröhrling und einen Perlpilz.

    Diese Pilzarten sind giftig und sollten auf keinen Fall geerntet oder verarbeitet werden.

    Was sind die besten Orte in Leipzig und Umgebung für Pilzsammler*innen, also für dich?

    Allgemein liefert Leipzig und dessen Umgebung eine schöne Vegetation für die Natur und somit auch Pilze. Vielleicht bist auch du schonmal durch das eine oder andere Wäldchen geradelt?

    Tresenwald – Wer einen Tagesausflug mit Radtour, Spaziergang und einem Abstecher in ein Restaurant machen möchte, sollte definitiv den Tresenwald besuchen. Allerdings sollte hier eine Autofahrt von 45 Minuten oder eine Radfahrt von etwa eineinhalb Stunden eingeplant werden.

    Neue Harth nähe Cospudener See – Wenn du gerne im Sommer an den Cospudener See fährst, wirst du feststellen, dass dir dieser auch im Herbst gefallen wird. In der Neuen Harth in Markleeberg kannst du auch fündig werden und vielleicht noch eine Runde Eisbaden gehen.

    Auwald – Ein weiterer guter Startpunkt innerhalb der Stadt ist der Auwald. Mit einem zentralen Startpunkt lohnt sich dieser Wald vor allem für Personen, die weder Fahrrad noch Auto haben. Oder deine Freund*innen sind über Leipzig verteilt und ihr trefft euch immer in der Mitte? Dann ist der Auwald genau richtig für euch! Hier könnt ihr gemütlich eine Runde spazieren und danach noch einen Kaffee trinken gehen.

    Jetzt steht deiner Pilzsahnesoße also nichts mehr im Wege! Viel Spaß bei deiner Pilzsuche!

    Fotos und Titelgrafik: Rebecca Franz

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