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  • Die Stadt Leipzig möchte den Radverkehr stärken

    Mit dem Aktionsprogramm Radverkehr legt die Stadt Leipzig für 2021/22 ein Programm vor, das für mehr Sicherheit für Radfahrer*innen im Straßenverkehr sorgen soll.

    „Leipzig ist Messestadt, Universitätsstadt, Musikstadt, Buchstadt, … – und Fahrradstadt!“ Mit diesen Worten leitet das Aktionsprogramm Radverkehr ein. Nachdem laut einer Studie der Zeitreihe “Mobilität in Städten” der TU Dresden der Radverkehrsanteil der Gesamtmobilität in Leipzig den ÖPNV-Anteil schon 2018 übertraf, scheint der Trend von mehr Radfahrer*innen auf der Straße nicht abzureißen. „Im letzten und in diesem Jahr sind die Radverkäufe stets gestiegen und es sind sichtbar mehr Radfahrer*innen auf der Straße unterwegs“, sagt auch Robert Strehler, Vorsitzender des ADFC Leipzig. Der jährliche Fahrradklimatest des Fahrrad-Clubs zeigt jedoch, dass sich über zwei Drittel der befragten Radfahrer*innen äußern, nicht sicher auf Radwegen fahren zu können und sich beim Radfahren gefährdet zu fühlen.

    Anhand der zunehmenden Verkehrsteilnehmer*innen wird deutlich, woran es den Straßen Leipzigs mangelt: „Es wurde lange nicht, wie in Berlin, an einem verbindlichen Gesamtkonzept gebaut, vielmehr wurden viele Hauptverkehrswege nicht berücksichtigt und radfreundlicher gestaltet“, kritisiert Strehler. Der Stadt fehle es an einer verbindlichen Fahrradinfrastruktur, welche in Leipzig bestehende Straßenverhältnisse gesamtheitlich umstrukturiert.

    Die Politik scheint diese Kritik nun ernst zu nehmen. „Menschen nutzen das Rad, wenn die Infrastruktur dafür stimmt“, sagt Baubürgermeister Thomas Dienberg (Grüne) in einer Dienstberatung des Oberbürgermeisters dazu. „Diese wollen wir dafür weiter verbessern.“ Zu diesem Zweck hat die Stadt Leipzig 2021 das Aktionsprogramm Radverkehr vorgestellt. Dieses sieht in den Jahren 2021 und 2022 vor, die Radwege auszubauen, Öffentlichkeitsarbeit zu fördern und Radfahrprogramme zu finanzieren.

    Zu den über 70 Maßnahmen zählen neue Radstreifen auf der Wundstraße, der Risaerstraße und der Karl-Heine-Straße, sowie sanierte Radwege für die Neue Linie und auf der Landsberger Straße. Außerdem sollen Bordsteine abgesenkt, Stolperstellen beseitigt und Verkehrskontrollen von Radfahrer*innen und andere Verkehrsteilnehmer*innen verstärkt werden. Eine bewachte Fahrradstation ist in der Konzeptionierung und neue Fahrradbügel sowie Abstellmöglichkeiten im öffentlichen Raum sollen geschaffen werden. Etwa 8,7 Millionen Euro Budget stehen dafür zur Verfügung. Als Stadt sei man gut beraten, dem Radverkehr mehr Raum zu geben, ihn sicherer zu machen und das Fahrrad als klimafreundliches Verkehrsmittel weiter zu stärken, äußert sich Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) in einer öffentlichen Stellungsname zu den Zielen.

    „Die Beschlüsse sind kurzfristig sehr gut, doch sind es nur Nachbesserungen von Versäumnissen der letzten Jahre“, beurteilt Strehler. Stattdessen fordert er strukturelle Veränderungen, orientiert an dem Beispiel Berlin, wo die Maßnahmen gesetzlich festgehalten und mit qualifiziertem Personal durchgesetzt werden. Dennoch sei das Programm ein Zeichen der Verbesserung und ein Schritt in die richtige Richtung. Auch Strehler sagt: „Ich denke jedoch, dass die Politik verstanden hat, dass mehr Rad gefahren wird und man in Zukunft auch größere Entscheidungen zugunsten des Radverkehrs treffen wird.“

    Foto: Janes Behr

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