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    Die studentischen Vertretungen für den Senat wurden gewählt, knapp ein Jahr nach dem ursprünglich angedachten Termin. Die Wahlbeteiligung lag bei fünf Prozent.

    Die Ergebnisse der universitären Wahlen sind da. Sie sind das Resultat eines langen Prozesses, der die ersten rein digital durchgeführten Wahlen der Universität Leipzig sicher und demokratisch gestalten sollte. Die Wahlen sollten eigentlich im vergangenen Juni stattfinden, wurden jedoch zweimal verschoben. Zudem wurde das studentische Wahlergebnis wegen eines formalen Fehlers in der Wahlausschreibung angefochten, der Wahlausschuss lehnte diese Anfechtung jedoch ab. Jetzt steht fest, welche vier Vertreter*innen für ein Jahr in den Senat und den Erweiterten Senat einziehen, der dieses Jahr die Besetzung des neuen Rektorats mitbestimmt.

    Als Kandidatin der Liste Feministisch. Antirassistisch. Klimagerecht. gingen die meisten Stim­men an Johanna Zitt. Die wei­teren Vertreter sind Felix Reine­mer (SoziaLISTE), Benedikt Bier­baum (Bündnis Demokratisch­Studentische Mitte) und Emre Arkan (Solidarisch durch die Pandemie).

    Die Wahlbeteiligung unter den Studierenden lag mit knapp fünf Prozent bei einem Rekordtief. Von rund 30.000 Studierenden der Universität Leipzig haben 1.369 gewählt, Zitt bekam als meistgewählte Vertreterin 252 Stimmen.

    „Fünf Prozent haben die legitime Wahl getroffen, ihr demokratisches Recht anzunehmen“, sagt Reinemer. Die Entscheidung der restlichen 95 Prozent sei genauso legitim. Auch Zitt sieht in der Wahlbeteiligung kein großes Problem für die Legitimität der Wahl und glaubt, durch eher linke Positionen ein großes Feld der Studierenden im Senat wider­spie­geln zu können. „Natürlich wäre es schöner, einen größeren Teil der Studierendenschaft im Senat hinter sich stehen zu haben“, sagt sie. Dennoch sei die Legitimation des neuen Rektorats angekratzt: „Wenn mehr Leute wäh­len, ist auch das Rektorat so, wie die meisten Studierenden es wollen.“

    In Bezug auf die Hochschuldemokratie selbst macht sich Zitt aber keine Sorgen. Es sei nur schade, da sich viele Leute engagiert für die Studierendenschaft einsetzen. Auch Reinemer bedauert das augenscheinliche Des­interesse der Mehrheit.

    Beide Kandidat*innen sehen aktivere Kommunikation über die Wahlen als Lösungsansatz für das Problem. Online-Wahlen an sich steht Zitt optimistisch entgegen: „Es ist eigentlich ein gutes Format in Richtung Barrierefreiheit.“

    Kanzlerin Birgit Dräger, die gemeinsam mit dem Wahlausschuss hauptverantwortlich für den Ablauf der Online-Wahl war, zieht auf Anfrage von luhze trotz schlechter Wahlbeteiligung eine positive Bilanz: „Wir können festhalten, dass die Online-Wahlen gut funktioniert haben, müssen aber leider hinnehmen, dass die Wahlbeteiligung bei den Studierenden gering ausgefallen ist. Das ist sehr bedauerlich. Folgen für die Gültigkeit der Wahl hat das nicht.“ Die in der Wahlordnung vorgesehene Evaluation der Online-Wahlen steht noch aus.

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