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  • Musikkick zum Wochenstart

    Die Pop-Punk Band „Me on Monday” aus Leipzig wurde zur besten Newcomerband 2019 gekürt. Ihr Sound erinnert zwar an vergangene Zeiten, hat aber einen unüberhörbaren eigenen Touch.

    Montag ist für viele der schlimmste Tag der Woche. Das Wochenende ist vorbei, man ist noch müde vom frühen Aufstehen und hat eine ganze Woche voller Arbeit vor sich. Die Leipziger Band „Me on Monday“ hat sich das Ziel gesetzt, der Montagsdepression mit ihren fröhlichen Pop-Punk- Songs den Kampf anzusagen.

    Ich treffe mich mit drei der Bandmitglieder im Videochat, da unsere Möglichkeiten, sich zu treffen, durch die aktuelle (Pandemie) Situation eingeschränkt sind. Marius, der auch sonstige administrative Aufgaben wie zum Beispiel den Mail-Account der Band übernimmt, sowie Titus und Max begrüßen mich durch meinen Handybildschirm.

    Die Jungs sprechen sehr entspannt über ihre Erfahrungen mit Musik und Bands im Allgemeinen und sind äußerst aufgeschlossen, auch was die Ähnlichkeit Ihrer Musik mit anderen Bands betrifft. Ihre Freizeitkleidung unterscheidet sich nicht sonderlich von ihren Bühnenoutfits, Marius trägt Cap und T-Shirt, die anderen beiden ebenfalls einfach ein Shirt, was sie sehr sympathisch und locker erscheinen lässt.

    Unser Gespräch ist sehr ausgeglichen. Untereinander wird gefragt, ob die anderen noch etwas beizusteuern haben, die Mitglieder gehen freundschaftlich miteinander um. Die Arbeit und das gemeinsame Musizieren in der Band schweißt zusammen.

    „Das Genre Pop-Punk ist für mich der Grund gewesen, warum ich überhaupt angefangen habe, Musik zu machen. Wenn es mir schlecht geht, höre ich solche Musik. Das pusht einen einfach. Deshalb macht es auch so viel Spaß, diese Art von Musik zu machen“, erzählt Max, der Gitarrist der fünfköpfigen Band. Die anderen Bandmitglieder sind Marius, der singt, Titus, der Drums spielt, Steffen, der ebenfalls singt und Gitarre spielt und Lukas, der den Bass bedient.

    Die Leipziger haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Statement „Pop-Punk is dead“ mit ihrer Musik zu widerlegen. Bands wie Green Day und Blink-128 machten das Genre bekannt, das „eine Musikrichtung für alle ist, die Bock auf American Pie, Skateboarding und ein frohes Lebensgefühl haben“, beschreibt Marius. Manch einer mag sich beim Hören fragen, ob die Musik der Jungs nicht eher vor zwanzig Jahren aktuell war. Das ist kein Zufall, denn auch wenn sie sich stetig weiterentwickelt haben, lassen sie sich von Pop-Punk Größen der 2000er Jahre wie Blink-128, Good Charlotte oder Sum 41 inspirieren. Ihr im Februar neu erschienener Song „So Easy“, der durch sein Zusammenspiel von einfachen Melodien à la Blink-128 aber auch neuartigen elektronischen Bestandteilen besticht ist das beste Beispiel für diese Verschmelzung von alten Elementen mit neuem Sound. Das zugehörige Musikvideos hat zum jetzigen Zeitpunkt bereits über 10.000 Aufrufe auf YouTube.

    Was sie von ihren Vorbildern unterscheidet, sind die vielen neuen Elemente, die sie der Musik hinzufügen. Für Marius ist die Entwicklung ein wichtiger Prozess. Sie versuchen Syn­the­si­zer und elektronische Elemente in ihre Musik zu integrieren, um die Songs komplizierter zu machen, als Blink-128 das zum Beispiel gemacht hätten. „An diesem Punkt können wir noch nicht sagen, dass das hier „Me on Monday“ ist. Wir sind noch auf dem Weg, unseren eigenen Sound zu finden, aber es ist ein guter Weg, auf dem wir uns grade befinden.“

    „Me on Monday“ gibt es seit 2018. Davor war die Band unter anderem Namen und mit teilweise anderen Mitgliedern unterwegs, die oft wechselten. Als das neue Team zusammengestellt war, brauchte man für den Neuanfang auch einen neuen Namen. Die schlussendliche Entscheidung für den Namen „Me on Monday“ basiert auf dem Song „Me on Monday“ von „ITCHY“, der, laut Marius, so gut zur Band passt, „weil unser Songwriter Steffen die besten Ideen immer am Montag vorschlägt. Es geht in dem Song darum, dass Montage Kacke sind. Wir als Band machen fröhliche Musik sozusagen als Gegenbeispiel dazu.“

    Schlagzeuger Titus ist früh zur Musik gekommen: „Mein Vater und mein Bruder haben in Coverbands gespielt und wir hatten immer ein Schlagzeug im Keller stehen. Ich habe relativ schnell gemerkt, dass es mir sehr viel Spaß macht, Musik zu machen.“ Nebenher studiert er Ethnologie in Halle. Auch die anderen Bandmitglieder haben normale Jobs oder studieren. Max und Marius wollen aber bald bei der Arbeit kürzertreten, um mehr Zeit für die Band zu haben. Denn „Sachen wie die Planung von Videos, die Drehs selber, und Social Media nehmen viel Zeit in Anspruch“, erzählt Marius, der bei einem Online-Magazin für Musik arbeitet. Musikvideos sind ein essenzieller Teil ihrer künstlerischen Arbeit. Sie haben dabei hohe Standards und versuchen, möglichst immer mit demselben Team zu arbeiten, um die gute Qualität der Videos gleichbleibend zu gewährleisten. Aber auch die Produktion der Songs nimmt Zeit und Energie in Anspruch, die sie im Moment in die im Sommer erscheinende EP stecken wollen.

    Nach einem Selbsttest vom letzten Montag kann ich bestätigen, dass „Me on Monday“ ihrem Grundsatz, Musik gegen den Montagsblues zu machen, eindeutig gerecht wird. Denn auch wenn diese Woche Homeoffice angesagt ist, Montag bleibt eben Montag.

     

    Titelfoto: Michael Bomke

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