• Menü
  • Adel verpflichtet

    In „The First Avenger: Civil War“ tauchte der Black Panther erstmals als Charakter im Marvel Cinematic Universe auf. Nun hat dieser sein eigenes Leinwandabenteuer bekommen.

    Der fiktive afrikanische Staat Wakanda wurde in bisherigen Marvel-Filmen nur drei Mal erwähnt (Na, wer hat in „Iron Man 2“, „Age of Ultron“ und „Civil War“ aufgepasst?). Dank Vibranium-Abbau ist das Land weltweit eines der technologisch am weitesten fortgeschrittenen Länder. Das ebenso fiktive Metall hat unter anderem die Fähigkeit Schallwellen (und somit kinetische Energie) zu absorbieren. Wakanda verbirgt die Existenz von Vibranium vor dem Rest der Welt und tarnt sich als Dritte-Welt-Land.

    Nach dem Tod seines Vaters in „Civil War“ kehrt Black Panther T’Challa (Chadwick Boseman) zurück nach Wakanda. Dort soll er zum neuen König gekrönt werden. Lange währt die heimatliche Ruhe allerdings nicht. Als bekannt wird, dass der in Wakanda bekannte Wissenschaftler Ulysses Klaue eine Vibranium-Waffe in seinen Besitz gebracht hat und verkaufen will, eilt der Black Panther mit einem kleinen Team  nach Südkorea, um dies zu verhindern. Darüber hinaus wird ihm noch der Thron streitig gemacht.

    Der Black Panther Anzug absorbiert die kinetische Energie der Schüsse

    Abgefahrene Verfolgungsjagden

    Am interessantesten ist natürlich die Frage, ob Wakanda seine Technologien mit dem Rest der Welt teilen sollte. T’Challas verstorbener Vater hat mit aller Macht versucht, die Tarnung aufrecht zu erhalten. Einige Einwohner Wakandas sind da anderer Meinung und denken, dass das Teilen des Vibraniums vielen zu Gute kommen würde. Die Kehrseite der Medaille ist natürlich das hohe Waffenpotenzial, was das fiktive Edelmetall mit sich bringt. Damit passt „Black Panther“ super in die Gegenwart, in der Flucht und Teilen große Themen sind. Mit Sätzen wie „You bring the refugees in, they’ll bring all their problems with them“, gibt es einige Seitenhiebe in die Richtung.

    „Black Panther“ ist aber natürlich nicht nur wegen der Isolation ein politisch wichtiger Film, sondern hauptsächlich wegen des Spielortes Afrika und der Tatsache, dass es endlich einen schwarzen Marvel-Superhelden gibt, der Vorbild für viele bisher unterrepräsentierte Sci-Fi-Begeisterte sein kann.

    Der Film zeigt überwiegend starke weibliche Charaktere. T’Challas Schwester Shuri (Letitia Wrigth) beispielsweise ist quasi für den Black Panther, was Q für James Bond ist. Zudem sind die Mitglieder der „Dora Milaje“, Black Panthers Bodyguards, alle weiblich – Obwohl der Sinn von Gleichberechtigung eigentlich auch nicht ist, dass anstatt einer Leibgarde aus ausschließlich Männern, eine Leibgarde aus ausschließlich Frauen den König beschützt. Der Marvel-Insider weiß zwar aus den Comic-Büchern, dass es sich bei den „Dora Milaje“ um eine Truppe aus Kriegerinnen verschiedener Stämme Wakandas handelt, die den Sinn hat, die zukünftige Königin zu stellen. Das kommt im Film allerdings nicht so rüber. Diese Verschmelzung von Tradition und Moderne zieht sich durch die ganze Handlung.

    exzelennt Kämpferinnen

    Die Kriegerinnen der Dora Milaje

    Ich muss sagen, dass es mich zuerst wahnsinnig gestört hat, dass es möglich ist, den König in einem Ritualkampf zu stürzen, weil es mir total rückschrittlich und albern vorkam. Allerdings denke ich jetzt, dass es gar nicht so unrealistisch ist, wenn man bedenkt, dass wir hier in Europa auch an vielen grausamen altmodischen Traditionen (Hallo, Stierkampf!) festhalten. Außerdem ist Wakanda medizinisch viel weiter als Europa, sodass Wunden super schnell heilen und eine Verletzung im Kampf nicht gleich der Untergang ist. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass auf so etwas, nennen wir es „Primitives“, verzichtet wird.

    „Black Panther“ punktet hauptsächlich mit seinen Actionszenen. Die Verfolgungsjagden sind wunderbar dargestellt und toll unterstrichen durch Wakandas Vibranium-Technologien, ich meine natürlich CGI-Effekte. Beeindruckend wird gekämpft, Auto gefahren, Luftsprünge gemacht. In der zweiten Hälfte lässt das Abenteuer allerdings etwas nach. War es bis dahin super spannend, ist das Ende, wie es bei Superheldenfilmen halt so ist, tendenziell vorhersehbar.

    Der Film hat mich jetzt nicht total aus dem Kinosessel gehauen, aber schön war er dann doch. Schade, dass Wakanda nur fiktiv ist.

     

    In den Kinos ab: 15. Februar 2018

     

    Fotos: Copyright Walt Disney/Marvel Studios

    Hochschuljournalismus wie dieser ist teuer. Dementsprechend schwierig ist es, eine unabhängige, ehrenamtlich betriebene Zeitung am Leben zu halten. Wir brauchen also eure Unterstützung: Schon für den Preis eines veganen Gerichts in der Mensa könnt ihr unabhängigen, jungen Journalismus für Studierende, Hochschulangehörige und alle anderen Leipziger*innen auf Steady unterstützen. Wir freuen uns über jeden Euro, der dazu beiträgt, luhze erscheinen zu lassen.