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  • Düstere Massenunterhaltung

    „Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 2“ bietet ein befriedigendes, aber düsteres Finale der Filmtrilogie.

    Die Zeichen in Panem stehen auf Krieg: Dunkler Rauch steigt aus den Trümmern auf, leerstehende Häuserzüge reihen sich ausgebombt aneinander, der Sieg der Rebellen scheint in greifbare Nähe zu rücken. Doch zwischen ihnen und dem langersehnten Frieden liegt noch das Kapitol.

    Der zweite Teil von “Die Tribute von Panem 4 – Mockingjay” steigt nahtlos da ein, wo sein Vorgänger aufhörte. Peeta (Josh Hutcherson) wurde aus den Fängen des Kapitals befreit, ist aber durch dortige Hirnmanipulation zur tickenden Zeitbombe geworden. Währenddessen wird Katniss (Jennifer Lawrence) klar, dass der Krieg und das Sterben erst dann enden können, wenn Snow tot ist. Sie widersetzt sich den direkten Anweisungen der Rebellen-Präsidentin Coin (Julianne Moore) und zieht an der Seite von Gale (Liam Hemsworth) und Finnick (Sam Clafin) selbst in die Schlacht.

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    Jedoch soll ihre Truppe der eigentlichen Front fernbleiben und zu Propagandazwecken auf ihrem Vormarsch zu Snows Palast gefilmt werden. Aus diesem Grund und trotz seines labilen Zustands wird auch Peeta der Einheit zugewiesen. Allerdings verfolgt Katniss eigene Pläne und will sich bei der ersten Gelegenheit absetzen, um Snow selbst zu töten.

    Jedoch hat sie weder mit den perfiden Fallen gerechnet, die das Kapitol zu einer weiteren Hungerspiele-Arena gemacht haben, noch damit, dass sie längst zum Spielball auf dem Feld politischer Intrigen geworden ist.

    Der finale Film der Panem Triologie bleibt, wie auch schon seine Vorgänger, nah an der Buchvorlage und dürfte so wohl die wenigsten Fans enttäuschen. Allerdings merkt man streckenweise, dass das letzte Buch für zwei Filme her halten musste. So kommt der Film erst langsam in Fahrt und wirkt dann teilweise an wirklich actionreichen Szene schon wieder etwas kurz.

    Was „Mockingjay 2“ aber mal wieder ausmacht, ist die Riege der Top-Schauspieler. Nicht nur Jennifer Lawrence, deren Talent ursprünglich der Grund war, weshalb die Reihe sich von den zahlreichen anderen Jugendbuchverfilmungen abheben konnte, ist wieder in Topform. Auch Julianne Moore und Donald Sutherland brillieren. Außerdem schafft es, zum ersten Mal seit Beginn der Reihe, auch Josh Hutcherson Tiefe in seinen Charakter zu bringen und zeigt vor allem durch die gespaltene Persönlichkeit von Peeta sein Können.

    Die Grundstimmung des Films ist düster und trostlos, denn kein Sieg wird gefeiert und auf jedes Hoch folgt zugleich ein bitteres Tief. Selten war Massenunterhaltung so düster und ein befriedigendes Finale einer Filmreihe zugleich auch so trostlos. In der heutigen Zeit, in der die Realität viel zu oft an den Film erinnert, ist dies allerdings keine Kritik, sondern regt viel mehr zum Nachdenken an.

    „Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2“ ist definitiv keine leichte Kost, vielmehr scheint er sich inmitten von Effekte-überladenen Blockbustern etwas zu trauen und nicht davor zurückzuschrecken dem Zuschauer trotz spannender Action auch zu zeigen wie düster die Welt doch sein kann.

    Seit 19. November im Kino

    Fotos und Filmverleih: Studiocanal 

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