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  • Zwei Tote nach Schüssen nahe Synagoge in Halle

    Lisa Bullerdiek

    Bei einem offenbar rechtsextremen Anschlag in Halle nahe der Synagoge wurden heute zwei Personen getötet, zwei weitere schwer verletzt. Der Täter wurde inzwischen festgenommen.

    Am heutigen Mittwochmittag wurden bei einem offenbar rechtsextremen Anschlag in Halle zwei Personen getötet. Zwei weitere Menschen erlitten schwere Schussverletzungen und sind nach ARD-Informationen dank Operationen im Universitätsklinikum Halle außer Lebensgefahr. Bei dem Täter handelt es sich nach Medienberichten um einen 27-Jährigen aus Eisleben, Sachsen-Anhalt. Er streamte seine Tat live im Internet. In dem etwa 30-minütigen Video leugnet er unter anderem den Holocaust und äußert antisemitische Verschwörungstheorien.

    Die Polizeidirektion Halle (Saale) forderte Menschen in Halle auf, ihr Haus nicht zu verlassen oder sich an anderen sicheren Orten aufzuhalten. Gegen 18:30 Uhr hob die Polizei die akute Gefährdungslage auf. „Sie können wieder auf die Straße, die Warnungen sind aufgehoben“, hieß es auf dem Twitter-Account der Polizei.

    Nach Angaben der Polizei fielen mehrere Schüsse, nach Medienberichten vor der Synagoge in der Humboldtstraße und in der Nähe des Jüdischen Friedhofs. Gegen 14 Uhr meldeten die Beamten die Festnahme einer Person außerhalb der Stadt. In der Innenstadt von Halle kam es aufgrund des Einsatzes zu starken Verkehrsbehinderungen. Die Polizei riegelte das Paulusviertel und den Hauptbahnhof aufgrund des Einsatzes ab. Züge, die eigentlich nach Halle unterwegs waren, wurden zum Leipziger Hauptbahnhof umgeleitet. Inzwischen läuft der Bahnverkehr wieder planmäßig.

     

    Foto: Allexkoch auf Wikimedia Commons