• Leipzig
  • Wissenschaft
  • Eine Milliarde Euro für den großen Sprung

    Hanna Lohoff

    Die neue Agentur für Sprunginnovationen der Bundesregierung wird ihren Sitz in Leipzig haben. Damit könnten gesellschaftsverändernde Erfindungen bald aus der Messestadt stammen.

    Das Auto war eine, der MP3-Player ebenfalls, Uber und Netflix sind moderne Beispiele – die Rede ist von Sprunginnovationen. Es handelt sich um Erfindungen, die das Potential besitzen, die bislang gängige Technik bahnbrechend zu verändern und irgendwann zu ersetzen. Damit bergen diese radikalen Innovationen große Chancen für die Wirtschaft und Wissenschaft. Viele der aktuellen Beispiele – etwa Uber und Netflix, aber auch AirBnB – stammen aus den USA. In Deutschland entstehen hingegen häufig Ideen, die dann aber im Ausland umgesetzt werden. Das soll sich nun mit der Agentur für Sprunginnovationen ändern.

    Diese soll ihren Sitz in Leipzig haben, wie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und der Gründungsdirektor der Agentur für Sprunginnovationen und Unternehmer, Rafael Laguna de la Vera, am 18. September bekannt gaben. Die GmbH soll noch in diesem Jahr gegründet werden und wird etwa 35 bis 50 Personen beschäftigen, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. In einer ersten Testphase von zehn Jahren soll die Agentur rund eine Milliarde Euro Förderung erhalten.

    Bundeswirtschaftsminister Altmaier erklärt, warum die Wahl des Standorts auf Leipzig fiel: „Wir haben uns bewusst für einen Standort in einem ostdeutschen Bundesland entschieden – ohne Abstriche bei den anderen Kriterien zu machen: Urbanität, unternehmerische Innovationskraft, Wissenschaftsorientierung und ausgezeichnete Verkehrsanbindungen waren entscheidend.“ Die Stadt sei für ihn bereits ein „innovationspolitischer Leuchtturm“. Für Gründungsdirektor Laguna hat die Entscheidung für Leipzig eine besondere Bedeutung, denn er stammt von hier. „Für mich persönlich schließt sich hier ein Kreis, 45 Jahre nachdem ich die damalige DDR verlassen habe, kann ich nun mithelfen, die enorme Aufbruchsstimmung in Leipzig zu nutzen und zu verstärken“, schrieb er in der Pressemitteilung.

    Große Erfindungen könnten also bald aus Leipzig stammen und auch hier ihre Umsetzung finden. Was zunächst etwas sperrig klingt, fasst der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung kurz zusammen. Die Agentur für Sprunginnovationen bedeute: „technische Quantensprünge erkennen, fördern und in der Gesellschaft verankern.“

     

    Titelbild: Pixabay

    Verwandte Artikel

    Petrischalentiere

    Das niederländische Start-Up Meatable entwickelt tierleidfreies Fleisch im Labor. Einige Probleme der Technologie sind aber noch ungelöst.

    Wissenschaft | 4. September 2019

    TV Club und Distillery finden gemeinsame Bleibe in Connewitz

    Der TV Club und die Distillery ziehen in ein ehemals besetztes Bahngebäude in der Arno-Nietzsche-Straße. Ein Einzugstermin ist noch nicht bekannt. Die Pläne stoßen auf Gegenwehr.

    Leipzig | 23. September 2019