• Hochschulpolitik
  • Polizeidurchsuchungen am Campus sorgen für Kritik

    Theresa Moosmann

    Bei einer Polizeikontrolle am Campus wurden mehrere Studierende des Drogenbesitzes verdächtigt und daraufhin durchsucht. Der StuRa verurteilt die Aktion der Polizei Leipzig scharf.

    Am Dienstag durchsuchten Polizeibeamte laut des Student_innenrat (StuRa) der Universität Leipzig Studierende auf dem Campus Augustusplatz. Offenbar ging es um Drogenbesitz. Laut dem StuRa liefen mehrere Polizeibeamte mit Spürhunden über den Hauptcampus, als diese Alarm schlugen. Einige Studierende seien aufgefordert worden, sich der Durchsuchung zu fügen. Der Universitätsleitung sei im Vorfeld nichts von der Aktion bekannt gewesen, heißt es weiter.

    Nicolas Laible, Geschäftsführer des StuRa, sieht in dieser Aktion eine bedenkliche Entwicklung. „Auch wenn kein direkter Zusammenhang bestehen muss, so hinterlässt eine solche Maßnahme im direkten Nachgang einer Wahl mit deutlichem Erstarken rechtsnationaler Kräfte in Sachsen einen faden Beigeschmack“, erklärt Laible. Einige Studierende wurden angeblich von den Beamten aufgefordert, ihre Schuhe auszuziehen. Als Begründung nannte die Polizei Leipzig lediglich, dass der Campus ein öffentlich zugänglicher Raum sei. Auf Anfrage der Leipziger Volkszeitung (LVZ) erklärte sie, dass dies keine geplante Aktion gewesen sei. Die Beamten seien auf dem Weg zu einem Einsatz am Hauptbahnhof gewesen, als sie den Weg über den Campus wählten. Dort schlugen die Spürhunde aufgrund angeblichen Drogenbesitzes dort anwesender Studierender an, woraufhin eine Durchsuchung als gerechtfertigt angesehen wurde. Insgesamt wurden etwa 20 Identitäten während des Ermittlungsganges festgestellt, sowohl am Campus als auch anschließend am Hauptbahnhof.

    Maßnahmen wie diese seien laut StuRa allerdings nur bei dringendem Tatverdacht oder bei laufenden Ermittlungen erlaubt.
    Der StuRa bittet sämtliche Betroffene, sich zu melden. Laible verurteilt das Verhalten der Polizei scharf und schließt ein juristisches Vorgehen dagegen nicht aus. „Wir werden solche Entwicklungen genau beobachten und im Falle polizeilicher Willkür entschlossen dagegen vorgehen“, kündigt er an.

     

    Fotos: Ingo Kramarek auf Pixabay / Richard Fisher auf Flickr

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